Frage 1: Behördengänge online erledigen

Wir schaffen die Rahmenbedingungen, die gesamte Landesverwaltung im Geltungsbereich des E-Government-Gesetzes NRW bis 2025 vollständig zu digitalisieren.
Dazu gehört insbesondere die Möglichkeit einer elektronischen Identifikation über das Servicekonto.NRW, zu dessen Nutzung alle Behörden des Landes und der Kommunen in Verwaltungsverfahren verpflichtet werden.

Welche Behördengänge würden Sie gerne online erledigen? Wie sollte ein Internetportal für Bürgerinnen und Bürger sowie für Unternehmen funktionieren, damit Sie hierüber Ihre Behördenangelegenheiten zu jeder Zeit abwickeln können?

Kommentare (10)

Anke Dr. Knopp

07.10.2018 21:58

Alle Vorgänge müssen medienbruchfrei online gelingen. Auch Wahlen übrigens. Gerne möchte ich dazu auch einen Chatbot nutzen, der mit mir chattet und erst dann an einen echten Menschen "abgibt", wenn die Antwort vielleicht zu komplex ist. Ein Portal sollte so einfach wie möglich funktionieren und vor allem nur einmal meine Daten abrufen, die dann sicher gespeichert werden - und mir mitgeteilt wird, welche Daten vorliegen und zu welchem Zweck sie ggf. weitergegeben werden -ohne, dass ich danach fragen muss. Zudem freue ich mich über das OZG - was aber die Gefahr mit sich bringt, dass gerade die kommunalen Belange aus dem Blick geraten, wenn etwa konkrete Fachverfahren nicht mehr zugeordnet werden. Die Kommunen gilt es hier ganz eng einzubinden.

Marc Schreiweis

06.10.2018 09:05

[Eine Zusammenfassung der Anforderungen an das Internetportal finden Sie am Ende des Kommentars.]

Um meine Behördengänge über ein Internetportal zu erledigen, muss die Datenhoheit über meine hinterlegten Stammdaten alleine mir gehören. Das heißt, dass ich zu jeder Zeit bestimmen kann, welche Daten mit welchen Stellen ausgetauscht werden. Darüber hinaus möchte ich mein Konto sofort und zu jeder Zeit sperren lassen können, falls meine Zugangsdaten „gehackt“ wurden. Hierzu sollte es möglich sein, dass ich durch eine 2-Faktor-Authentifizierung informiert werde, wenn ein Zugriff auf mein Konto von bisher unauthentifizierten Orten oder Endgeräten erfolgt. Ebenfalls sollten Änderungen von Stammdaten oder kritischen Behördenangelegenheiten über eine 2-Faktor-Authentifizierung bestätigt werden, sodass ein Verlust der Zugangsdaten keine negativen Folgen hat. Eine spezielle Authentifizierungs-App oder eine hinterlegte Handynummer wären als zweiter Faktor denkbar.

Um sicherzustellen, dass zu jedem erstellten Konto eine reale Person gehört, bin ich gerne bereit mich in einem Bürgerbüro über das BürgerIdent-Verfahren zu verifizieren. Das heißt, dass der Sachbearbeiter vor Ort dokumentiert, dass ich - ich bin und diese Information mit meinem Konto verknüpft. Zusätzlich können in diesem Schritt meine Stammdaten im Internetportal eingepflegt werden - selbstverständlich nur mit meiner Zustimmung.

Die von mir hinterlegten Stammdaten werden, nach meiner Zustimmung, genutzt um meine Servicedienstleistungsanfragen intelligent zu unterstützen. Dadurch ist es möglich, dass meiner Anfrage automatisch die örtlich-zuständige Behörde hinzugefügt wird.
Darüber hinaus sollte ich über meinen gewünschten Informationskanal erinnert werden, wenn Fristen von mir einzuhalten sind. Zumindest sollten die Fristen auf meiner Portalstartseite angezeigt werden. Ein Beispiel wäre hier die Verlängerung meines Personalausweises.
Die intelligente Unterstützung sollte meine Suchanfrage in eine bestimmte Lebenslage einordnen, sodass ich Vorschläge für weitere sinnvolle Dienstleistungsanträge bekomme, ähnlich zu „Andere Bürger suchten auch …“. Ein Beispiel wäre die Suche nach einer Anmeldung in einer neuen Stadt. Hier sollte als Vorschlag die KFZ-Anmeldung in der neuen Stadt angezeigt werden.
Die gefundenen Dienstleistungen werden mir unabhängig davon angezeigt, ob die örtlich-zuständige Behörde diese Dienstleistungen digital anbietet.

Nach der Auswahl einer Dienstleistung wird mir angezeigt, welche Informationen für eine ausreichende Bearbeitung benötigt werden und welche Informationen bereits durch meine Stammdaten erfüllt sind.
Sollten meine freigegebenen Daten eine ausreichende Sachbearbeitung nicht sicherstellen, werden mir für eine kurze Beratung die Kontaktdaten des zuständigen Mitarbeiters angezeigt. Darüber hinaus habe ich die Möglichkeit die fehlenden Datensätze mit, von mir im Internetportal, hochgeladenen Dokumenten zu verbinden. Die über eine gesicherte Verbindung hochgeladenen Dokumente sind mit meinem verifizierten Konto verknüpft und sind dementsprechend ohne extra Unterschrift gültig.

Sobald alle benötigten Informationen vorliegen, werden die Daten über eine gesicherte digitale Verbindung an die örtlich-zuständige Behörde geliefert. Die Behörde bereiten die Informationen für die vorliegende Bearbeitungsweise auf, sodass mir, unabhängig vom Digitalisierungsstand der Behörde, der Onlinezugang zu allen Dienstleistung ermöglicht wird.
Wenn Rückfragen bei der Bearbeitung entstehen, werde ich entsprechend meinem gewünschten Informationskanal kontaktiert und kann reagieren.
Der fertige Bescheid wird über eine gesicherte Verbindung im Internetportal hochgeladen und mir in mein Online-Postfach zugestellt. Über die Zustellung werde ich über meinen gewünschten Informationskanal informiert.

Nach der Zustellung kann ich entscheiden, ob ich die nachträglich hochgeladenen Informationen und den neuen Bescheid zu meinen Stammdaten hinzufügen möchte. Sollte der Bescheid eine Widerspruchs- /Klagefrist besitzen, kann diese und die entsprechenden Widerspruchs- / Klagebehörden zu den angezeigten Fristen hinzugefügt werden, jedoch sollte es nicht möglich sein einen Widerspruch/Klage mit nur einem Klick einzureichen.

Ob und in welchem Umfang es aus datenethischer Sicht sinnvoll ist eine so starke und zentrale Verknüpfung von sensiblen Bürgerdaten einzuführen, muss aus meiner Sicht in einem breiten gesellschaftlichen Diskurs festgestellt werden.

Zusammenfassung der Anforderungen:
- Datenhoheit beim Bürger
- Account -Sicherheit durch 2-Faktor-Authentifizierung
- Verifizierung über BügerIdent-Verfahren im Bürgerbüro
- Intelligente Unterstützung von Suchanfragen
o Zuständigkeit
o Fristen
o Lebenslagen
- Für die Sachbearbeitung benötigte Informationen werden angezeigt und können aufgefüllt werden
- Gesicherte Uploadmöglichkeit im Internetportal
- Anzeige zuständiger Ansprechpartner
- Medienbruch auf die Behörde übertragen
- Kontakt über gewünschten Kommunikationsweg
- Zustellung über ein Online-Postfach
- Stammdaten können erweitert werden
- Kein One-Klick-Widerspruch/Klage

Tim Kranich

05.10.2018 21:55

1) Welche? - alle
2) ein Gang bzw. eine Aktion zieht mitunter andere notwendige Aktivitäten nachsich. Diese könnten als Cluster gebildet und Schritt für Schritt, aber an einem „Ort“ erledigt werden.

Jürgen Janke

02.10.2018 13:01

Mit dem neuen Personalausweis sollte es möglich sein, Formate zu erstellen, bei denen man gezielt nicht anonym miteinander kommunizieren/handeln etc. kann. Gleiches für die Anmeldung für Behördenangelegenheiten.

Behörden sollten bundesweit in der Lage sein Unterlagen auszutauschen. So finde ich es extrem merkwürdig, wenn ich meinen Lohnsteuerbescheid für die Berechnung des KiTa Beitrags ins Rathaus tragen muss. Wenn diese Stelle dies bei mir anfordern kann, warum dann nicht direkt beim Finanzamt? Das hat erstmal wenig mit Digitalisierung zu tun, aber vielleicht mit der Chance aus einem scheiss Prozess einen neuen besseren digitalen Prozess zu machen.
Ich fände es toll all meine Unterlagen auf einem Bürgerportal ablegen und abrufen zu können und diese passend Behörden freizugeben. Auch mit der Chance nicht mehr ganze Unterlagen, sondern nur "Auswertungen" zugänglich zu machen.

Als die neuen Personalausweise eingeführt wurde konnte man sich entscheiden ob man diesen auch zur online Identifizierung nutzen können will (zumindest so meine Erinnerung). Ich hatte sogar ein Lesegerät für den Computer, leider bin ich bis her nie auf einen Anwendungsfall gestoßen(vielleicht ist es nicht mal mehr State of the Art).
Mir kommt dies in den Sinn da, für viel Behördengänge ja eine Identitätskontrolle notwendig ist. Das melden in einer neuen Stadt, das verlängern meines Jagdscheins oder das beantragen eines neuen Personalausweises sind meine konakte zu Behörden und ich wüsste nicht warum dies nicht auch online gehen sollte.

Anneliese Strate

19.09.2018 13:35

Behördengänge online erledigen zu können, ist ein guter und zeitgemäßer Ansatz! Das Leistungsspektrum, das es hier abzubilden gäbe, träfe m. E. vordringlich die Dienstleistungen, die direkt vom Bürger beantragt werden können. Genau hier liegt m. E. die Crux der eingangs formulierten Absicht: Ich fände es wünschenswert, wenn es weniger darum ginge, Rahmenbedingungen für die vollständige Digitalisierung der gesamten Landesverwaltung im Geltungsbereich des EGovG NRW bis 2025 zu schaffen, als vielmehr vom Nutzer der Verwaltungsdienstleistung aus zu denken (Welche Leistungen kann er beantragen?). Die gesamte Landesverwaltung dafür in den Fokus zu stellen, erscheint mir ebenso wenig zielführend, wie temporäre Absichtserklärungen, die deutlich über den derzeitigen gesetzl. Rahmen (EGovG NRW) hinaus gehen. Wenn Letzteres tragen soll, wäre es doch auch nur folgerichtig, die "Rahmenbedingungen" schon in der Strategie zu beschreiben.

Karl-Matthias Pick

16.09.2018 13:03

Die Frage ist nun wirklich d...
Natürlich alle!
Es gibt doch genügend Vorbilder für gute Portale. Einfach mal bei großen Anbietern schauen wie sowas funktioniert.
Volltextsuche, Einfache Bezahlung, Lieferung nach Hause und nur in wichtigen Ausnahmefällen Besuch der Behörde.

Wichtig ist dabei die konsequente Umsetzung des OZG auf Landesebene mit Einbindung der Kommunen.
Diese müssen unterstützt werden, damit es keinen Flickenteppich gibt und auch kleine Verwaltungen die Chance haben, Ihre Prozesse hinter einem Portal zu digitalisieren.

Stefan Glusa

12.09.2018 22:03

Welche Behördengänge: Alle.
Wie sollte das Portal funktionierten: Einfach und gut.

Jeroen van de Lagemaat

04.09.2018 11:18

Ja, bitte, keine Doppelt-Entwicklung, lass nicht jeder Stadt und Kreis selbst Ansätze entwickeln. Mit der Verplichtung um Identifikation über das Servicekonto.NRW zu benutzen wird das für Identifikation schon gemacht. Das kann auch mit mehrere Funktionen, so nicht alle. Das kann auch organisiert werden, es gibt Kommunale Rechenzentren, und Dimpact in die Niederlande kann ein weiteres Beispiel sein (www.dimpact.nl).

Uwe Schulz

28.08.2018 17:00

Hier sollte ein Chatbot system Einzug finden.
Diese sollte mit der Stadtbevölkerung zusammen entwickelt werden.
Ziel muß es sein in der Verwaltung die Anzahl der Beamten deutlich zu reduzieren.Folglich kann dieses System nicht nur von Beamten entwickelt werden.

Diese sollte ein laufender Prozess sein und sich ständig weiter entwickeln.Auch muss die Stadtbevölkerung Weto Recht bei Entwicklungen von Verwaltungsbeamten in diesem System zugestanden werden. So das es nicht zum weiteren Machterhalt des Beamtentum führen kann.

Alle Prozesse die hier ein gebraucht werden müssen sauber und öffentlich dokumentiert werden. Sie müssen klar Stellen orientiert auf gebaut sein. (Und schon hat man kein Problem mit dem Datenschutz) So das die gefundenen Lösungen von einer Stadt problemlos auf eine andere Stadt im Land kopiert werden können.

Auch hier ist klar das 4 Stufensystem zu beachten.
1.Stufe Europa
2.Stufe Deutschland
3.Stufe Land(NRW)
4.Stufe Stadt (GE)
So das die Prozesse in der gleichen Stufe nach unten durch gereicht werden können.

So lassen sich doppel Entwicklungen vermeiden.
Hier gilt pro Stufe ein Admin.
Auch die Systembeschaffung sollte an Stufe 3 enden um die Kosten klar begrenzen zu können.

(EDV wird immer billiger ausser Sie wird von Beamten beschaft.. Ironie aus).