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#Themen im Fokus: Bildung und Kultur als Schlüssel zur digitalen Zukunft

Lernen ein Leben lang

Die Aktualität des in einer Berufsausbildung erworbenen Wissens hat sich in den letzten 20 Jahren halbiert. Im Arbeitsprozess steigen damit die Anforderungen an die stetige Weiterentwicklung von Qualifikationen und Kompetenzen. Ziele und Handlungsfelder zur Unterstützung des lebensbegleitenden Lernens in der beruflichen Bildung finden sich im Kapitel Wirtschaft und Arbeit.

Unter dem Motto „Teilhabe ermöglichen – Chancen eröffnen“ muss es Ziel sein, alle Menschen in Nordrhein-Westfalen zu erreichen und ihnen ausgehend von ihren individuellen Bedarfen die passenden Bildungsangebote zu unterbreiten. Erfolgreiche Pilotprojekte zur generationenübergreifenden Kompetenzvermittlung sollen verstetigt und – auch in Zusammenarbeit mit der gemeinwohlorientierten Weiterbildung – in die Fläche gebracht werden.

Der Landtag hat hier für 2019 zielgerichtet zusätzliche Mittel in Höhe von 1 Mio. € zur Verfügung gestellt, um neue aufsuchende bzw. mobile Medienkompetenzangebote zu entwickeln.

Die Landesregierung hat ein Konzept für einen sogenannten „DigitalCheck NRW“ erarbeiten lassen:

► Wir wollen auf der Grundlage dieses Konzeptes bis Ende 2019 das Angebot „DigitalCheck NRW“ bereitstellen, das den für die Schule etablierten Medienkompetenzrahmen NRW auf Erwachsene überträgt.

Der DigitalCheck NRW bietet Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit:

  • die eigene Medienkompetenz individuell zu erfassen,
  • dadurch persönlichen Bildungsbedarf zu ermitteln und
  • durch (Online-)Qualifizierungsangebote die Verbesserung der individuellen Medienkompetenz zu fördern.

Ebenso können sich die Kompetenzangebote von Bildungsinstitutionen daran orientieren.

► Zusätzliche Angebote der aufsuchenden Medienkompetenzförderung sollen den DigitalCheck NRW flankieren und so „Medienkompetenz in die Fläche bringen“.

Beim „Lernen ein Leben lang“ werden die engagierten Bildungsinstitutionen mit Sitz in Nordrhein-Westfalen intensiv einbezogen. Hierzu gehören sowohl die Einrichtungen der gemeinwohlorientierten Weiterbildung als auch etwa das Grimme-Institut, die Landesanstalt für Medien wie die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur. Der Prozess steht jedoch auch weiteren interessierten Trägern und Institutionen aus dem Bildungsbereich offen.

Der gemeinwohlorientierten Erwachsenenbildung kommt eine wichtige Rolle bei der Vermittlung digitaler Kompetenzen zu. In Nordrhein-Westfalen hat sie die strategische Bedeutsamkeit der Digitalisierung erkannt, wie eine Umfrage belegt, die der Gütesiegelverbund Weiterbildung in Zusammenarbeit mit der Supportstelle Weiterbildung in 2017 durchgeführt hat. Jetzt gilt es die Weiterbildungseinrichtungen zu unterstützen.

Gemeinsam mit diversen Kooperationspartnern führt die Supportstelle Weiterbildung eine an den Bedarfen der Praxis entwickelte Qualifizierungsreihe „Werkstatt Digitale Formate“ durch, die sich an hauptamtliche Beschäftigte in den gemeinwohlorientierten Weiterbildungseinrichtungen wendet. Diese sollen als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in ihren Einrichtungen die dort erworbenen Kenntnisse anwenden und in die Fläche tragen.

Deshalb hat der Landtag das Fördervolumen für vier Landesorganisationen der Weiterbildung in 2018 aufgestockt. Die Erhöhung ermöglicht dem Landesverband der Volkshochschulen von NRW, der Landesarbeitsgemeinschaft für Katholische Erwachsenen- und Familienbildung NRW, der Evangelischen Erwachsenenbildung in Nordrhein-Westfalen und der Landesarbeitsgemeinschaft für eine andere Weiterbildung NRW, ihre Mitglieder stärker für das Lehren und Lernen im digitalen Wandel zu qualifizieren.

In der Familienbildung hat das Land das Projekt „#Digitale Medien als Mitgestalter des Familienalltags“ der Landesarbeitsgemeinschaften der Familienbildung gefördert, um der steigenden Bedeutung der digitalen Medien für Elternrolle und Erziehungsverhalten Rechnung zu tragen. Neben der Entwicklung entsprechender pädagogischer Konzepte für die Elternangebote stehen auch die mit der Digitalisierung einhergehenden Auswirkungen und Handlungsbedarfe für die Einrichtungen im Fokus.

Die Digitalisierung schafft aber auch neue Wege, für Familien mit Unterstützungsbedarf gesellschaftliche Teilhabe zu erleichtern. Das Land fördert deshalb die Entwicklung eines digitalen Angebots als niedrigschwellige Anlaufstelle für alleinerziehende Mütter und Väter. Es wird nicht nur als Lotse im Verwaltungs-, Rechts- und Beratungsbereich dienen, sondern auch als Möglichkeit soziale Netze zu knüpfen.

Die Stärkung digitaler Kompetenzen ist auch ein wichtiges Handlungsfeld des Verbraucherschutzes. Ziel ist es, dass Menschen ihre Rechte und Pflichten im digitalen Verbraucheralltag kennen, Modelle zum Schutz und Kontrolle der eigenen Daten nutzen und sich sicher in der digitalen Welt bewegen können. Mit der institutionell geförderten Verbraucherzentrale NRW e.V. und ihren Informations- und Beratungsangeboten steht der Landesregierung hier eine verlässliche Partnerin zur Seite, die auch in der digitalen Welt weiterhin erste Anlaufstelle bei Verbraucherproblemen ist.

Die Weiterentwicklung von sogenannten „Dritten Orten“ - als Orte der Kultur, der Begegnung und der Bildung neben Wohnort und Arbeitsplatz- vor allem im ländlichen Raum wird auch digitale und mediale Aspekte umfassen. Die öffentlichen Bibliotheken reagieren schon seit Jahren sehr engagiert auf die Veränderungsnotwendigkeiten durch die Digitalisierung. Das Land wird sie weiterhin unterstützen, ihre Angebote und Kompetenzen permanent zu erweitern und anzupassen, damit sie ihren Auftrag als Informationszentrum und für die Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz erfüllen können. Auch konkrete Pilotprojekte mit Volkshochschulen sind bereits in Planung.

Die Maßnahmen werden flankiert durch die Durchführung von und Beteiligung an Veranstaltungen wie dem "Tag der Medienkompetenz“, um Raum für Austausch, Themenentwicklung und gemeinsames Lernen zu eröffnen.

Wir wollen 2020 erneut einen Tag der Medienkompetenz im Landtag durchführen. Damit soll die Umsetzung der Digitalstrategie im Bereich Bildung und Kultur praktisch erfahrbar gemacht werden.

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