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#Themen im Fokus: Bildung und Kultur als Schlüssel zur digitalen Zukunft

Den Kunst- und Kulturbetrieb digital aufstellen

Die Digitalisierung beeinflusst auch die Kunst- und Kultureinrichtungen auf unterschiedlichste Art und Weise. Sie schafft neue Wege der Vermittlung und Verbreitung von Kulturangeboten und öffnet damit neue Möglichkeiten kultureller Teilhabe für alle. Voraussetzung ist, dass die entsprechende technische Ausstattung kultureller Einrichtungen und der Aufbau digitaler Kompetenzen kultureller Akteure weiter vorangetrieben werden.

Zu den Aufgaben im Kulturbereich zählt die Digitalisierung des kulturellen Erbes, die den Schutz von gefährdeten Originalen ermöglicht und den Zugang erleichtert. Eine besondere Herausforderung stellen dabei die performativen Künste dar. Das Pina-Bausch-Archiv in Wuppertal ist ein herausragendes Beispiel für eine gelungene Lösung innovativer Archivierungsstrategien. Zugleich müssen Kulturgüter, die originär digital entstehen, dauerhaft erhalten bleiben. Mit dem „Digitalen Archiv NRW“ hat das Land bereits ein großes Vorhaben gestartet, um geeignete Erhaltungsmaßnahmen zu entwickeln und bereitzustellen.

In der künstlerischen Produktion entstehen neue Formen, die Seh- und Rezeptionsgewohnheiten und damit die Wahrnehmung von Kunst und Kultur verändern, aber auch neue Möglichkeiten der Rezeption und Partizipation schaffen. Diese Formen sollen noch stärker gefördert werden. Dabei soll eine prozessorientierte Förderung ermöglicht werden, die Freiräume zum Experimentieren schafft.

► Ziel ist es, in den nächsten zehn Jahren verstärkt Orte zu schaffen, an denen die digitalen Künste sich im interdisziplinären Austausch weiterentwickeln können.

Im Theaterbereich unterstützt das Land bereits die Einrichtung der Akademie für Digitalität und Theater Dortmund, die Forschung, künstlerische Produktion und Weiterbildung ermöglichen wird.

Schließlich stellen sich aufgrund der zahlreichen digitalen Vervielfältigungs- und Verbreitungsmöglichkeiten urheberrechtliche Fragen, die angesichts der rasanten Entwicklung der digitalen Welt gelöst werden müssen.

 

7. Digitale Angebote unterstützen die Integration

Die Digitalisierung kann helfen, Bildungschancen für Menschen mit Migrationsgeschichte zu sichern und Integrationsprozesse zu beschleunigen.

Gerade Menschen mit Einwanderungsgeschichte haben in Deutschland eine überdurchschnittlich hohe Internetaffinität. Durch digitale Medien können Orientierung und Kompetenzen gestärkt und Berührungsängste abgebaut werden.

Während sich viele bestehende Angebote speziell an Geflüchtete richten, verfolgt die Landesregierung einen weiter gefassten Ansatz: Ziel der Landesregierung ist es, die Integrationsarbeit vor Ort mithilfe digitaler Möglichkeiten zu unterstützen. Damit sollen langfristig nicht nur Menschen mit Einwanderungsgeschichte mit digitalen Projekten angesprochen werden, sondern auch Menschen ohne Einwanderungsgeschichte. Um ihr volles Potenzial zu entfalten, beabsichtigt die Landesregierung digitale Angebote in bestehende Strukturen einzubetten und gemeinsam mit lokalen Integrationspartnern neue Kooperationsformate zu suchen. Die zu entwickelnden Angebote sollen an die jeweilige Lebenssituation und Sprachkenntnisse der Zielgruppe anknüpfen.

Aktuell werden weitergehende Möglichkeiten des Einsatzes von Virtual Reality erprobt. Konkret fördert das Land mit dem Projekt Skip „Sprachraum für Geflüchtete“ den Spracherwerb als wesentlichen Gelingensfaktor für Integration durch VR- und Gamificationangebote. Das Projekt wird derzeit wissenschaftlich evaluiert und erweitert.

► Wir wollen ab Herbst 2019 einen landesweiten Rollout des VR-Projekts „Skip“ starten und damit dieses innovative Lernangebot in Kultur- und Bildungseinrichtungen, wie Bibliotheken, Integrationszentren und zusätzlich ab 2020 auch auf mobilen Endgeräten verfügbar machen.

Auch die Verbraucherzentrale NRW hält auf ihrer Online-Plattform etwa durch das Format Webitipp mehrsprachige Informationen bereit, die Migrantinnen und Migranten im Verbraucher- und Konsumalltag unterstützen.

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