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#Themen an der Schnittstelle: Forschung und Innovation als Garanten des Fortschritts

Mensch und Maschine teilen sich die Arbeit neu auf

Selbstlernende Systeme sind der nächste Schritt der digitalen Transformation. Sie ermöglichen selbstfahrende Autos, Roboter als Medizinassistenten, automatische Sprach- und Bilderkennung und Motoren für die Industrie 4.0., deren wesentlicher Treibstoff Daten sind.

Das Landeskabinett Nordrhein-Westfalen hat im November 2018 den Aufbau einer landesweiten Kompetenzplattform Künstliche Intelligenz (KI.NRW) beschlossen. Die Mission ist, Nordrhein-Westfalen in den kommenden Jahren deutschlandweit zu einem führenden Standort in angewandter Künstlicher Intelligenz aufzubauen – durch den Dreiklang aus Exzellenz in Forschung und Bildung, erfolgreichem Technologietransfer in die Wirtschaft und ethisch verantwortlicher Umsetzung. Die Landesregierung erarbeitet zurzeit gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft einen Masterplan KI für NRW. Dieser soll auf die Aktivitäten der Bundesregierung und der EU abgestimmt sein.

Herausragende und international beachtete Kompetenz in der Erforschung von Künstlicher Intelligenz und Maschinellem Lernen hat in Nordrhein-Westfalen das BMBF-Kompetenzzentrum Maschinelles Lernen Rhein-Ruhr mit dem Lehrstuhl für künstliche Intelligenz (TU Dortmund), den Fraunhofer-Instituten für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (Sankt Augustin) und für Materialfluss und Logistik (Dortmund) sowie der Universität Bonn.

Das Zentrum ergänzt eine bereits starke Forschungslandschaft, zu deren Leuchttürmen auch das Exzellenzcluster CITEC in Bielefeld sowie die Universität Paderborn zählen. Weitere Lehrstühle, Institute, Forschungseinrichtungen und universitäre Netzwerke, die sich mit Künstlicher Intelligenz befassen, gibt es unter anderem in Aachen, Bochum, Düsseldorf, Jülich und Münster. Nordrhein-Westfälische Akteure sind in bundesweit impulsgebenden Plattformen aktiv und in europäische Konsortien involviert.

Für eine erfolgreiche KI in Nordrhein-Westfalen ist es entscheidend, dass vermehrt an der Schnittstelle zur Anwendung geforscht wird, dass ein schneller Transfer der Forschungsergebnisse speziell in den Mittelstand gelingt und dass Mitarbeitende in den Unternehmen qualifiziert werden. Bei allen Maßnahmen müssen die Menschen im Mittelpunkt stehen und einbezogen werden.

Für den Erfolg des Vorhabens ist es essenziell, vorhandene Kräfte zu bündeln. Entsprechend sollen Maßnahmen entwickelt werden, die eng ineinandergreifen und den Austausch zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und der Gesellschaft fördern und die unterschiedlichen Kompetenzen gewinnbringend vernetzen.

KI.NRW wird ein umfassendes modulares Unterstützungsangebot an Unternehmen bereitstellen, das alle Phasen von der Idee bis zur Lösung abdeckt. Dazu zählen standardisierte Service-Bausteine für den Einstieg von kleinen und mittelständischen Unternehmen in die KI. Sie sollen KMU kurzfristig helfen, eine KI-Strategie und Roadmap zu entwickeln, um anschließend selbstständig oder mit Unterstützung des Netzwerks gezielte Maßnahmen zu ergreifen und erste Use Cases umzusetzen.

Eine erfolgreiche KI-Strategie muss auch auf die Fortbildung der Mitarbeitenden in den Unternehmen setzen. Das Ziel ist, Nordrhein-Westfalen als Leitregion für die berufliche Weiterbildung zu positionieren. Es werden Schulungsmodule mit Einstiegscharakter entwickelt, um Unternehmen beim Aufbau von KI-Kompetenzen zu unterstützen.

Der Einsatz von KI-Technologien steht schon heute vor dem Sprung in den Massenmarkt und bietet hohe wirtschaftliche Potenziale. Entwicklungen werden dabei auch die Bedürfnisse der Kunden sowie des Geschäftsfeldes im Sinne einer agilen Entwicklung für End-to-End-Lösungen in den Blick nehmen. Mit dem Forschungszentrum ZESS an der Ruhr-Universität Bochum baut Nordrhein-Westfalen seine Ingenieurskompetenz zur Entwicklung smarter Produkt-Service-Systeme aus.

Die derzeitige und künftige Rolle der KI und der Robotik führen zu geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen, auch mit Blick auf die IT-Sicherheit. Entscheidend für die breite gesellschaftliche Akzeptanz und ihren Mehrwert wird sein, ob sich selbstlernende und autonome Systeme als nützliche, sichere und verlässliche Dienstleister für unsere Gesellschaft bewähren. Hier ist die Erklärbarkeit und Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen autonomer Systeme von großer Bedeutung und im Forschungsprozess zu berücksichtigen.

Im Internet der Dinge (IoT) ist eine zentrale Steuerung kaum machbar – hier kann die Blockchain-Technologie eine Lösung darstellen und die Koordination übernehmen. IoT-Geräte und cyberphysische Systeme können so zuverlässig verbunden und verwaltet werden. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten in den Geschäftsprozessen von Unternehmen aller Branchen und Größen zum Beispiel bei Verträgen (Smart Contracts). Auch im Bereich der öffentlichen Verwaltung sind Anwendungen absehbar, bei denen es darauf ankommt, Manipulations- und Revisionssicherheit herzustellen. Damit lässt sich das ansonsten notwendige Vertrauen in einen Partner oder Intermediär durch Technologie ersetzen. Wir müssen in Nordrhein-Westfalen die Entwicklung von umsetzbaren Lösungen in der Realwirtschaft schnell vorantreiben. Deshalb prüfen wir die Möglichkeit, vorhandene Kompetenz in diesem Feld zu unterstützen und auszubauen.

► Wir wollen sicherstellen, dass Nordrhein-Westfalen bei der nächsten Entwicklungsstufe des „Internets der Werte“ ein Vorreiter ist. Hierzu bereiten wir die Gründung eines Blockchain-Instituts in NRW vor. Darüber hinaus werden wir im Rheinischen Zukunftsrevier ein Reallabor für Blockchain-Anwendungen entwickeln und mit den Akteuren im Land vernetzen.

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