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#Themen an der Schnittstelle: Forschung und Innovation als Garanten des Fortschritts

Digitalisierung verändert unser Zusammenleben

Neue Optionen digitaler Partizipation und Soziale Medien beeinflussen demokratische Prozesse, politische Institutionen und Diskurskulturen. Es bilden sich neue Wissensträger mit herausragenden Kompetenzen heraus, während weniger medienkompetente Bevölkerungsgruppen abgehängt werden können. Bestehende Wissens- und Chancenungleichheiten treten durch diese Entwicklung noch stärker hervor.

Zugleich entstehen durch algorithmenbasierte Technologien, Big Data und die Dominanz einiger digitaler Plattformen neue gesellschaftlich relevante, aber wenig kontrollierbare Strukturen von Informations- und Wissensvermittlung. Nicht zuletzt ändern sich auch persönliche Beziehungen und interpersonale Kommunikation im privaten und beruflichen Umfeld. Wie gehen wir mit diesen Veränderungen um? Wird Arbeit künftig einmal nicht mehr Sinnstifter unseres Lebens sein?

All diese Fragen und viele mehr erforschen interdisziplinäre Forschungsverbünde von Sozial-, Rechts- und Bildungswissenschaftlern in Nordrhein-Westfalen. Das Land fördert daher den Forschungsverbund „Digitale Gesellschaft“, in dem junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einem Graduiertenkolleg sowie sechs Nachwuchsforschungsgruppen zur Frage der Stärkung und Sicherung der Demokratie forschen. Das Düsseldorfer Institut für Internet und Demokratie (DIID) beschäftigt sich damit, die Potenziale des Internets für demokratische Innovationen in Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zu analysieren und zu entwickeln.

Zahlreiche Forschungsfragen sind von einer solchen Komplexität, dass sie erfolgversprechend nur unter Einbeziehung ökonomischer, politischer, rechtlicher, sozialer, technischer und auch ethisch-moralischer Aspekte bearbeitet werden können. Die Landesregierung will deshalb Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit einem Institut für Digitalisierungsforschung (Arbeitstitel) flankieren, das Kompetenzen erschließt, bündelt und national sowie international sichtbar macht. Das Konzept für dieses Institut hat eine positive Bewertung durch eine international besetzte Jury erfahren. Aktuell werden wichtige Weichen für die Realisierung gestellt.

► Das NRW-Institut für Digitalisierungsforschung (Arbeitstitel), das sich zur Aufgabe gemacht hat, aktiv an der gesellschaftlichen und technologischen Gestaltung der digitalen Transformation mitzuwirken und die Potenziale und Herausforderungen für die Menschen in der digitalen Gesellschaft zu erforschen, hat sich bis 2030 in der Forschungslandschaft Nordrhein-Westfalens erfolgreich etabliert.

Insbesondere zu den zahlreichen ethischen Fragen brauchen wir einen noch intensiveren gesamtgesellschaftlichen Diskurs. Gemeinsam mit dem „Center for Advanced Internet Studies“ (CAIS) in Bochum hat die Landesregierung ein Pilotprojekt für einen Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis gestartet, den „Arbeitskreis Digitale Ethik“. Intention ist es, mehr Wissen auf dem Stand der Forschung zu erwerben, Probleme schärfer zu beschreiben und perspektivisch Handlungsfelder zu ermitteln.

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