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#Themen im Fokus: Erfolgreich Wirtschaften und Arbeiten in der digitalen Welt

Erfolgreich Wirtschaften und Arbeiten in der digitalen Welt

Wirtschaft und Arbeit sind wichtige Grundpfeiler, auf denen unsere Gesellschaft fußt. Sie wandeln sich schon immer, aber zurzeit wandeln sie sich besonders dynamisch. Nordrhein-Westfalen ist einer der stärksten Wirtschaftsstandorte der Welt. Das aber werden wir nur bleiben können, wenn Unternehmen und Beschäftigte Teil der digitalen Zukunft werden und einen Teil der digitalen Zukunft hier erfinden.

Dafür sind innovative Gründungen und insbesondere digitale Start-ups von besonderer Bedeutung. Denn neue Unternehmen mit Ideen für digitale Geschäftsmodelle schaffen zukunftsfähige Arbeitsplätze. Sie stellen schnell skalierbare Lösungen zur Verfügung, von denen etablierte Unternehmen aller Branchen profitieren. Nordrhein-Westfalen für Gründerinnen und Gründer so attraktiv wie möglich zu machen, ist deshalb eines der Hauptanliegen der Digitalstrategie.

Nordrhein-Westfalen stellt sich diesem Wettbewerb um die junge digitale Elite mit großem Selbstbewusstsein. Weltweit erfolgreiche Großunternehmen, innovative Mittelständler sowie exzellente Forschungsinstitute und Hochschulen in einem bevölkerungsreichen Land mit hoher Kaufkraft in der Mitte Europas – für ein Start-up sind das ideale Bedingungen. Näher dran an Partnern, Geldgebern und Kunden sind Gründerinnen und Gründer kaum irgendwo sonst.

Ebenso wichtig ist für uns, bestehende Unternehmen darin zu unterstützen, ihre Geschäftsmodelle zu digitalisieren und ihre Belegschaften fit zu machen, damit sie ihre Kompetenzen und Erfahrungen für den digitalen Wandel einsetzen können. Dazu hat die Landesregierung gemeinsam mit Sozialpartnern, Kammern, Regionaldirektion der Arbeitsagentur und Wissenschaft die „Initiative Wirtschaft & Arbeit 4.0“ ins Leben gerufen. Dort werden die zentralen Fragen und Herausforderungen des Transformationsprozesses diskutiert, Strategien entwickelt und damit das Vertrauen von Menschen und Unternehmen in die digitale Weiterentwicklung der Wirtschafts- und Arbeitswelt gestärkt.

Unsere Anstrengungen gelten vor allem den kleinen und mittleren Unternehmen, die noch nicht aus sich heraus zu Vorreitern der digitalen Transformation geworden sind. Die Zeit drängt, weil etwa in Handwerk, Handel, Hotel- und Gaststättengewerbe sowie in den Berufsfeldern der Freien Berufe sich Geschäftsprozesse durch neue technische Möglichkeiten verändern. Mittelständische Industrie- und Dienstleistungsbetriebe ebenso wie Dienstleistungsunternehmen in kommunaler Hand sehen sich herausgefordert, ihre Prozesse zu vernetzen, aus den gewonnenen Betriebsdaten neue Geschäftsmodelle zu entwickeln oder ihren Auftrag zur Daseinsvorsorge besser und nachhaltiger zu erfüllen. In der digitalen Zukunft werden die Daten zum Schlüsselfaktor. Ein erleichterter Zugang zu von der Allgemeinheit erzeugten Daten soll deshalb die Entwicklung neuer, innovativer Geschäftsideen und öffentlich-rechtlicher Dienstleistungen begünstigen. 

Damit Nordrhein-Westfalen ein Vorreiter der Digitalisierung wird, müssen auch die Verwaltungsprozesse sowie die rechtlichen Vorschriften regelmäßig auf ihre Passgenauigkeit im digitalen Zeitalter hin überprüft werden. Datenhoheit und IT-Sicherheit sind für uns zentrale Themenfelder, weil sie die Basis für einen prosperierenden Wirtschaftsstandort bilden.

Auf dem Weg in die digitalisierte Wirtschaft wandelt sich auch die Arbeitswelt: Bestehende Berufsbilder verändern sich und der Arbeitsmarkt entwickelt neue Anforderungen in immer höherer Geschwindigkeit. Darauf werden sich Aus-, Fort- und Weiterbildung schnell einstellen müssen, lebensbegleitendes Lernen erreicht einen neuen Stellenwert und muss Normalität werden.

Das Wann und Wo von Arbeit verliert an Bedeutung, neue Formen von Arbeitsverhältnissen entstehen, das Verhältnis von Mensch und Maschine wird neu definiert. Durch eine flexiblere Gestaltung des Arbeitsalltags eröffnen sich auch für die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf neue Chancen. Mobiles Arbeiten kann den Beschäftigten mehr Zeitsouveränität und Unternehmen wichtige Wettbewerbsvorteile bei der Gewinnung von Fachkräften verschaffen. Dafür bedarf es des Wandels von gelebter Unternehmenskultur, den die Landesregierung mit regionalen Business-Talks in Kooperation mit der Wirtschaft unterstützt. Für die Landesregierung kommt es auch darauf an, die rechtlichen Rahmenbedingungen im Dialog mit den Sozialpartnern so weiterzuentwickeln, dass faire Arbeitsbedingungen und Zugangschancen zum Arbeitsmarkt für alle gewährleistet sind, unabhängig von persönlichen oder soziodemografischen Voraussetzungen.

Die zunehmende Durchdringung von Produktions- und Dienstleistungsvorgängen mit Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) bewirkt zudem, dass auch im Beschäftigungsverhältnis eine noch nie dagewesene Menge an Daten erhoben und verarbeitet wird. Dazu gehören auch personenbezogene Daten von Beschäftigten, die besonders geschützt werden müssen.

Auch die Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher müssen ihrer Rolle als Kunden in der digitalen Ökonomie angemessen sein. Dabei gilt es, zum einen faire rechtliche Rahmenbedingungen für digitale Geschäftsmodelle sicherzustellen. Zum anderen sind höchstmögliche Sicherheit und Datensouveränität zu gewährleisten und Verbraucherinnen und Verbraucher als Akteure im Marktgeschehen durch Konsum- und Medienkompetenz sowie unabhängige Verbraucherinformationen zu stärken.

Welche konkreten Strategien die Landesregierung in den drei zentralen Handlungsfeldern – Start-up-Szene, Transformation von Unternehmen und Branchen, Arbeitswelt – verfolgt, erläutern die folgenden Seiten.

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