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#Themen im Fokus: Bildung und Kultur als Schlüssel zur digitalen Zukunft

Bildung und Kultur als Schlüssel zur digitalen Zukunft

Kompetenzen sind entscheidend für Teilhabe - an Wissen und Kommunikation, für gelingendes Aufwachsen, für gesellschaftliche und betriebliche Partizipation, für berufliche wie persönliche Entwicklung sowie für lebensbegleitendes und generationenübergreifendes Lernen. Die Sicherstellung von „Kompetenzen in einer digital geprägten Welt“ ist Basis für die Innovationsfähigkeit unserer Gesellschaft und unserer Wirtschaft.

Vor diesem Hintergrund gilt es, differenziert nach Themen und Zielgruppen die erforderlichen Bildungsformate anzubieten und, falls erforderlich, neu zu entwickeln. Alle Bildungseinrichtungen müssen sich künftig sehr viel stärker digitalen Medien und der Vermittlung digitaler Kompetenzen öffnen: Schulen, Hochschulen, inner- und außerbetriebliche sowie gemeinwohlorientierte Weiterbildungseinrichtungen, Orte der frühkindlichen Bildung und außerschulischen Jugendbildung. Alle Bildungseinrichtungen müssen digitale Anwendungskompetenzen, informatische Grundbildung und kritische Medienkompetenz vermitteln. Angebote der Kinder- und Jugendarbeit als informelle Lernorte stärken den kreativen und reflektierten Umgang junger Menschen mit digitalen Medien.

Dieser Wandel verlangt massive Kraftanstrengungen bei Beratung und Qualifizierung der Lehrenden und der pädagogischen Fachkräfte, Vernetzung der Bildungseinrichtungen, digitaler Infrastruktur mit WLAN und Hardware sowie der Bereitstellung digitaler Lerninhalte.

Die Vermittlung von Kompetenzen für eine digital geprägte Welt spielt deshalb eine zentrale Rolle in der Digitalstrategie. Bildungseinrichtungen müssen digitale Anwendungskompetenzen, informatische Grundbildung und kritische Medienkompetenz mit entsprechenden Bildungsangeboten vermitteln. Mit dem schulischen Medienkompetenzrahmen NRW existiert ein skalierbarer Orientierungsrahmen für alle Bildungsbereiche im Land, welche Kompetenzen digitale Bildung vermitteln soll.

► Wir wollen auf dieser Grundlage erforderliche Kompetenz nicht nur im schulischen Kontext denken, sondern bis Ende 2020 „Medienkompetenz in die Fläche bringen“ und mit passgenauen, analogen, digitalen und mobilen Angeboten alle erreichen.

Das bleibt nicht bei der Vermittlung von Anwendungskompetenzen stehen. Vielmehr gilt es, die Technik samt deren Chancen und Risiken zu begreifen, beispielsweise über Experimentiermöglichkeiten, wie sie derzeit bereits von den bundesweit einzigartigen zdi-Zentren in Nordrhein-Westfalen angeboten werden. Der Ansatz ist, alle Menschen in Nordrhein-Westfalen zu erreichen. Hierbei soll Bildungsbedarf noch stärker aus der Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer ermittelt und mit vielfältigen wie bedarfsgerechten Bildungsangeboten reagiert werden.

Den Auftrag aus der UN-Kinderrechtskonvention wird die Landesregierung aufnehmen und sich dafür einsetzen, dass Fürsorge, Schutz und Teilhabe für Kinder und Jugendliche auch im Digitalen Raum sichergestellt wird. Eine zentrale Aufgabe wird die Weiterentwicklung eines gesetzlichen und erzieherischen Kinder- und Jugendmedienschutzes sein, der neben zeitgemäßen gesetzlichen Maßnahmen junge Menschen befähigt, kritikfähig, eigenverantwortlich und unbeschwert digitale Medien zu nutzen.

Die Vermittlung von Kompetenzen im Bereich des Datenschutzes und der Verbraucherrechte werden wir besonders in den Blick nehmen. Ziel der Landesregierung ist es, Verbraucherrechte in der digitalen Welt so gut wie möglich zu gestalten, das Bewusstsein der Menschen für den Wert der eigenen Daten zu schärfen und die Datensouveränität, also die Kontrolle über die eigenen Daten, zu stärken.

Digitale Medien ermöglichen auch neue Formen des Lehrens und Lernens. Didaktische Innovationen wie der flipped classroom etwa nutzen Lernvideos und -software zur Wissensvermittlung. Das, was beispielsweise traditionell Professorinnen und Professoren in der Vorlesung erklärt haben, erschließen sich Studierende nun zuhause. Jeder von ihnen kann das in seinem individuellen Lerntempo tun.

Umgekehrt kann etwa in der Universität das stattfinden, was bislang oftmals Hausaufgabe ist: Inhalte wiederholen, vertiefen, hinterfragen, diskutieren, verarbeiten. Digitale Werkzeuge können individuelle Lernprozesse unterstützen und helfen beim kollaborativen Arbeiten, um beispielsweise gemeinsam Ideen zu entwickeln oder an Projekten zu arbeiten. Das stärkt die Möglichkeiten der Lehrkräfte zur individuellen Förderung der Lernenden.

Mit einer wissenschaftlichen Studie werden wir die Hemmnisse bei der Entwicklung und Bereitstellung von digitalen Bildungsangeboten in Deutschland untersuchen und Gelingensbedingungen für Nordrhein-Westfalen identifizieren. Das Land wird die Bereitstellung digitaler Bildungsinhalte in Schule, Hochschule, frühkindlicher und außerschulischer Bildung sowie Aus- und Weiterbildung konsequent weiterentwickeln und fördern. Dabei geht es nicht nur um neue Techniken und deren Vermittlung, sondern auch darum, mit Hilfe der digitalen Technik den Ertrag von Bildung zu erhöhen und es den Menschen zu erlauben, ihre Talente noch viel besser und zahlreicher zur Entfaltung zu bringen.

Kunst und Kultur sind sowohl Handlungsfeld als auch Impulsgeber für die Digitalisierung. Ohne die Kooperation von großen Marktführern im digitalen Bereich mit Künstlerinnen und Künstlern und ohne die Pioniere der Medien- und Videokunst sowie der elektronischen Musik wären elementare Bild- und Tontechniken, die heute in Smartphones und Tablets Anwendung finden, nicht entwickelt worden.

Genauso wie Bildungseinrichtungen müssen sich Kultureinrichtungen stärker für digitale Formate und Vermittlung öffnen und dafür entsprechend ausgestattet sein. Darüber hinaus müssen aber auch digitale Kunstformen bzw. die Auseinandersetzung von Kunst mit der Digitalisierung und ihren gesellschaftlichen Folgen mehr als bisher in den Blick genommen und unterstützt werden.

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