Monitoringbeitrag Digitalstrategie.NRW: Landesprojekt: Effiziente und stadtverträgliche Lkw-Navigation für NRW

Ein Projekt im Auftrag des Verkehrsministeriums des Landes NRW

Von MWIDE am 26.03.2020

Bis 2021 sollen etwa 300 Kommunen an das SEVAS-System angeschlossen sein, um zu einer effizienten und stadtverträglichen Lkw-Navigation in Nordrhein-Westfalen beizutragen.
(Strategie für das digitale Nordrhein-Westfalen 2019 - Teilhabe ermöglichen – Chancen eröffnen, S. 30)

Der Transport von Waren und Gütern mit dem Lkw ist eine Herausforderung – vor allem, wenn die Brummis die Autobahn verlassen. Im sogenannten nachgeordneten Netz, zu dem Bundes-, Landes- Kreis- und Gemeindestraßen gehören, fehlen den Fahrern digitalisierte Informationen, wo sie entlang fahren dürfen. Das ändert sich jetzt: Das Landesprojekt „Effiziente und stadtverträgliche Lkw-Navigation für NRW“ sorgt für die Bereitstellung von Daten als Basis einer optimierten Routenwahl für Logistikverkehre. Die Plattform, die von Kommunen und Kreisen gespeist wird, ist Teil der Digitalstrategie.NRW. Aktuell nehmen 227 Kommunen und 13 Kreise in NRW teil.

 

Verlässt ein Lkw die Autobahn und bewegt sich im nachgeordneten Netz, ändert sich die Informationslage für die Fahrer meist drastisch. Digitalisierte Daten der Behörden beispielsweise zu Sackgassen, zu niedrigen Brücken oder zu schmalen Straßen sind flächendeckend und aktuell nicht verfügbar. Die Folgen sind nicht nur für die Logistikbranche erheblich. Auch die öffentliche Hand, aber vor allem die Anwohnerinnen und Anwohner leiden unter dem Phänomen fehlgeleiteter Lkw aufgrund unzureichender Informationslage der Fahrer. Die Projektgruppe Digitalisierung Mobilität (ehem. mobil-im-rheinland) der Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH nimmt sich seit 2015 mit der umfassenden Unterstützung des Verkehrsministeriums des Landes NRW und weiteren Partnern der Thematik an. Im Rahmen des Landesprojektes „Effiziente und stadtverträgliche Lkw-Navigation für NRW“ unterstützt sie kommunale Partner bei der Erfassung und Aufbereitung aktueller Daten über Vorrangroutennetze und straßenverkehrsrechtliche Restriktionen für Lkw-Verkehre für die Routenwahl der Logistikverkehre. In enger Zusammenarbeit mit den Kommunen werden bisher noch nicht digitalisierte, für ein sicheres und umfeldverträgliches Routing der Lkw relevante Daten erhoben.

So werden Kommunen in die Lage versetzt, Daten über Vorrangroutennetze und Restriktionen für Lkw-Verkehre zur Verfügung zu stellen. Dazu ist das Web-basierte Portal SEVAS* entstanden, das neuesten technischen Anforderungen entspricht und von Kommunen und Kreisen gespeist wird. In einem ersten Schritt werden die Kommunen in ganz NRW mit dem System vertraut gemacht. Für die Datengenerierung ist das entscheidende Qualitätsmerkmal, dass Städte und Gemeinden die notwendige Ortskenntnis und Fachkompetenz für eine exakte Verortung der Restriktionen sowie der Vorrangrouten einbringen.

Eine partnerschaftlich angelegte Kooperationsvereinbarung regelt die Zusammenarbeit und dient somit der schnellen Umsetzung des Gesamtprojektes. Aktuell sind insgesamt 240 kommunale Partner der Kooperation beigetreten. Die VRS GmbH als Projektträger stellt die Informationen auf dem bundesweiten Mobilitäts Daten Marktplatz (MDM) allen potenziellen Anbietern von Navigationsdiensten, wie z. B. den Herstellern der Navigationskarten, zur Verfügung. Seit Februar 2020 werden die Daten zudem auf Open.NRW, dem Open.Data-Portal des Landes, bereitgestellt.

* SEVAS - Software zur Eingabe, Verwaltung und Ausspielung von Vorrangrouten und Restriktionen im Schwerlastverkehr

 

 

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