Monitoringbeitrag Digitalstrategie.NRW: Das „Virtuelle Krankenhaus“ des Landes Nordrhein-Westfalen startet früher als geplant, um Patienten im Land optimal zu versorgen

Von MWIDE am 08.04.2020

Eine neue Internetplattform soll ergänzend landesweit Ärzte und Krankenhäuser dabei unterstützen ihre Patienten telemedizinisch zu versorgen. Sie soll den Zugang zur erforderlichen Infrastruktur und den ärztlichen Aufbau der möglichen Dienstleistungen aus Teletherapie, Telekonsil und Telemonitoring ebnen und erleichtern.
(Strategie für das digitale Nordrhein-Westfalen 2019 - Teilhabe ermöglichen – Chancen eröffnen, S. 37)

Ministerpräsident Armin Laschet hat am Montag, 30. März 2020, gemeinsam mit dem Klinikdirektor für Operative Intensivmedizin der Universitätsklinik Aachen, Prof. Gernot Marx, den Startschuss für das Virtuelle Krankenhaus des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bereiche Intensivmedizin und Infektiologie gegeben.

 Foto: Land NRW / Ralph Sondermann

Landesweit können nun Kliniken durch den Einsatz von Tele-Intensivmedizin auf die Expertise der Unikliniken Aachen und Münster zurückgreifen.

Ministerpräsident Armin Laschet: „Jetzt zahlt sich aus, dass das Land und die Krankenhäuser bereits seit Monaten das Virtuelle Krankenhaus vorbereiten. Das versetzt uns in die Lage, in der jetzigen Krise höchste Expertise in jeden Teil des Landes zu bringen – und so Menschenleben zu retten. Die Mediziner des Universitätsklinikums Aachen nutzen dabei einen zweiten entscheidenden Vorsprung: Sie haben durch die Ausbreitung des Corona-Virus im Kreis Heinsberg bereits zahlreiche Covid-19-Patienten behandelt und dadurch eine unschätzbare Expertise aufgebaut. Diese Erfahrung geben sie nun über telemedizinische Betreuung an Ärzte in anderen Kliniken in Nordrhein-Westfalen weiter. Spitzentechnologie und Solidarität aus einem Guss – das Virtuelle Krankenhaus ist eine starke Visitenkarte für Nordrhein-Westfalen.“

Angesichts der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie gewinnt das Virtuelle Krankenhaus verstärkt an Bedeutung, um der Patientenversorgung bei dem zu erwartenden hohen Bedarf an intensivmedizinischer und infektiologischer Behandlung und Expertise bei schwersterkrankten Covid-19-Patienten gerecht werden zu können. Daher hatte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann den Start des Virtuellen Krankenhauses vorgezogen. Bei schweren Krankheitsverläufen soll das Behandlungsniveau in jedem Krankenhaus im Land mit dem eines Maximalversorgers vergleichbar sein. „Das Virtuelle Krankenhaus ermöglicht durch den Einsatz von Tele-Intensivmedizin den Ärzten vor Ort den Rückgriff auf die Expertise der beiden Unikliniken Aachen und Münster“, so Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann: „Hierdurch kann die Zahl von Intensivbetten mit angemessener medizinischer Expertise kurzfristig gesteigert werden. Vor allem kleinere Krankenhäuser, die Beratung bei der Behandlung von Beatmungspatienten benötigen, können so bestmöglich unterstützt werden.“

Das Virtuelle Krankenhaus ist ein Landesprojekt, das mittels digitaler Versorgungsstrukturen – über Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte – landesweit spezialisierte medizinische Expertise für alle Menschen in Nordrhein-Westfalen verfügbar macht.

Hierzu geht das Virtuelle Krankenhaus Kooperationen mit den einschlägigen medizinischen Spitzenzentren ein. Fehlt zum Beispiel in einem Krankenhaus oder in einer Arztpraxis eine spezielle Expertise, kann das entsprechende Zentrum über ein zentrales Verzeichnis „per Mausklick“ kontaktiert werden.

Weiter Informationen finden Sie hier: www.mags.nrw

 

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