Was müssen Menschen in einer digitalen Welt können?

Von Klaus Kaiser am 10.09.2018

In der Bildungsdiskussion entsteht gelegentlich der Eindruck: Ohne Digitalisierung gibt es bald keine Bildung mehr. Und deshalb redet man wie selbstverständlich auch von digitaler Bildung, die es nun dringend zu fördern gelte.

Aber was verstehen wir unter Bildung? Ich weiß, das ist eine große Frage, die ich hier nicht umfassend beantworten kann. Aber ich möchte festhalten, dass für mich Bildung etwas zu tun hat mit der Aneignung von Neuem und dem Umgang mit Erfahrungen, mit Erkenntnissen und Wissen. Bildung macht neugierig auf Neues.

 Bildung ist immer auch Beziehungsarbeit. Bildung braucht den Menschen, die Lernenden und die Lehrenden. Digitalisierung kann dazu beitragen, Lernen einfacher, interessanter oder unabhängiger von einem bestimmten Lernraum und einer bestimmten Lernzeit zu machen. Das unterstützt und entlastet die Lernenden und die Lehrenden. Unstrittig in der Fachwelt ist aber auch: Digitale Angebote können nicht den Dozenten oder die Dozentin ersetzen. Das ist der Ausgangspunkt unserer landespolitischen Überlegungen.

 Die Landesregierung hat das Ziel, die Menschen gut auf die Anforderungen einer immer stärker von der Digitalisierung geprägten Lebens- und Arbeitswelt vorzubereiten. Hier gerät die Vermittlung von Kompetenzen für die digitale Welt in den Fokus. Diese Kompetenzen gehören heute, neben Lesen, Rechnen und Schreiben, zu den unverzichtbaren Kulturtechniken. Sie sind entscheidend für die erfolgreiche Teilhabe an Wissen und Kommunikation. Sie fördern gelingendes Aufwachsen, ermöglichen gesellschaftliche und betriebliche Partizipation und unterstützen die berufliche Entwicklung. Sie bilden eine entscheidende Voraussetzung für lebensbegleitendes und generationenübergreifendes Lernen, ohne jedoch den bestehenden Bildungskanon zu ersetzen.

 Zusätzlich müssen wir Bürgerinnen und Bürger darin unterstützen, der digital geprägten Welt kritisch zu begegnen. Das ist dringend geboten, gerade wenn es um wichtige Themen wie den Schutz der Privatsphäre oder die Datensicherheit geht. Insbesondere im Umgang mit den Sozialen Medien sind ein kritisches Bewusstsein und eine umfassende Wertediskussion unumgänglich.

 Wir wollen diese Kompetenzen der Menschen in allen Bildungsbereichen systematisch weiter entwickeln und stärken. Wir wollen die Chancen nutzen, die sich bieten. Und Teilhabe bieten für alle Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen, egal ob jung oder alt, egal ob hier geboren oder zugewandert. Alle sollen die Chance haben, kompetent an dieser digitalen Entwicklung teilhaben zu können.

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