Monitoring Digitalstrategie NRW: Studie „B2B-Plattformen in Nordrhein-Westfalen“: Land ist Vorreiter im Bereich digitaler Marktplätze

Von MWIDE NRW am 18.12.2020

„Das Land verfügt als einer der wenigen Standorte weltweit über eine komplette industrielle Wertschöpfungskette. (…) Die kraftvolle industrielle Basis setzt zudem starke Impulse für den prosperierenden Dienstleistungssektor und die Start-up-Szene. Zugleich sind die Unternehmen und die innovativen Branchen ein wichtiger Treiber der Digitalisierung. Der Transformationsprozess bietet branchenübergreifend und unabhängig von Unternehmensgrößen die Chance zur Weiterentwicklung bestehender und zur Entwicklung völlig neuer Geschäftsmodelle.“

(s. Strategie für das digitale Nordrhein-Westfalen 2019 – Teilhabe ermöglichen – Chancen eröffnen, S. 16)

Wie in der Digitalstrategie dargestellt, bietet die Wirtschaftsstruktur Nordrhein-Westfalens eine hervorragende Basis für den Transformationsprozess, der mit der Digitalisierung einhergeht. Eine aktuelle Studie der DICE Consult GmbH im Auftrag des nordrhein-westfälischen Wirtschafts- und Digitalministeriums bestätigt das. Autor ist der renommierte Wettbewerbsökonom Prof. Dr. Justus Haucap, Gründungsdirektor des Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE) und ehemaliger Vorsitzender der Monopolkommission.

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Schon beim Digital-Gipfel der Bundesregierung 2019 in Dortmund haben nordrhein-westfälische Unternehmen dem Publikum aus ganz Deutschland demonstriert, welches Potential in unserem Bundesland vorhanden ist. Ob beim Handel mit Chemiegütern oder bei Dienstleistungen in der Logistik: Nordrhein-Westfalen ist Vorreiter im Bereich sogenannter B2B-Plattformen – digitaler Marktplätze, auf denen Waren, Dienstleistungen oder Informationen zwischen Unternehmen gehandelt werden.

B2B-Plattformen („business to business“) unterscheiden sich von B2C-Plattformen („business to customer“), die Endkunden adressieren: Insbesondere sind B2B-Plattformen häufig hoch spezialisiert. Zudem spielt das Vertrauen der Unternehmen gegenüber der Plattform im B2B-Geschäft eine viel größere Rolle als im B2C-Bereich.

Das Land Nordrhein-Westfalen kann im Bereich der B2B-Plattformen auf zwei Standortvorteilen aufbauen: dem starken industriellen Sektor und der Bedeutung von Nordrhein-Westfalen als internationalem Messestandort.

66 B2B-Plattformen aus Nordrhein-Westfalen führen die Autoren auf und benennen auch die Branchen mit besonderem Potential für die Entwicklung von B2B-Plattformen: erarbeitendes Gewerbe (Maschinenbau, Chemische Industrie, Stahl-/Metallerzeugung/-verarbeitung), Möbelindustrie, Logistik, Handel, Gesundheitswesen, Entsorgung   sbranche.

Die Studie geht zudem auf die regulatorischen Rahmenbedingungen ein, die für die Plattformökonomie auf Bundesebene mit der 10. Novelle des GWB-Digitalisierungsgesetzes und auf EU-Ebene mit dem Digital Services Act und dem Digital Market Act deutlich verändert werden. Erwartet wird, dass sich diese Anpassungen positiv auf die Entwicklung von B2B-Plattformen auswirken werden.

Nun gilt es, insbesondere bei kleineren und mittleren Unternehmen ein stärkeres Bewusstsein für die Potenziale von B2B-Plattformen zu schaffen. So bietet sich etwa an, dass mehrere Unternehmen gemeinsam eine Plattform aufbauen. Eine weitere Handlungsoption besteht darin, Messegesellschaften stärker mit Plattformgründern und innovativen Start-ups zusammenzubringen.

Die Studie und weitere Informationen zum Thema finden Sie hier: https://www.wirtschaft.nrw/plattform-oekonomie

Die Vorstellung der Studie durch Prof. Haucap beim Digital Innovation Hub Düsseldorf/Rheinland mit anschließender Expertendiskussion sehen Sie hier:  https://www.youtube.com/watch?v=G58QXrrHP8Q

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