Aufgabenfelder, Herausforderungen und Potenziale der Digitalisierung in der Kunst und Kultur

Von Isabel Pfeiffer-Poensgen am 12.09.2018

Die Digitalisierung beeinflusst den Kunst- und Kulturbetrieb auf vielfältige Weise. Das Spektrum reicht von der Nutzung digitaler Medien in der künstlerischen Produktion über die Digitalisierung des kulturellen Erbes bis hin zu digitalen Formaten in der Kulturvermittlung.

Zudem stellen sich aufgrund der zahlreichen digitalen Vervielfältigungs- und Verbreitungsmöglichkeiten urheberrechtliche Fragen, die angesichts der rasanten Entwicklung der digitalen Welt einer Klärung bedürfen. Beispiele für Aufgabenfelder, Herausforderungen und Potenziale der Digitalisierung im Kulturbereich sind: 

  1. Infrastruktur und digitale Kompetenz:

Kultureinrichtungen sollen und wollen digitale Inhalte herstellen, bereitstellen und nutzen. Dafür brauchen sie eine geeignete Infrastruktur, vom Internetzugang bis hin zur erforderlichen Hard- und Software. Wichtig ist außerdem, dass Kulturschaffende und Beschäftigte in den Kultureinrichtungen über ausreichend digitale Kompetenz verfügen. 

  1. Künstlerische Produktion:

Auch die Kunst hat sich durch den Einzug des Digitalen verändert. Sie wird beeinflusst durch die Medien und Themen einer Welt im digitalen Wandel. So entstehen neue Formen, die die Wahrnehmung von Kunst und Kultur verändern und neue Möglichkeiten der Teilnahme schaffen können. Diese Formen sollen noch stärker gefördert werden, etwa durch technisch optimal ausgestattete Produktionsorte. Ein gutes Beispiel ist die neue Akademie für Digitalität und Theater in Dortmund, die von Bund, Land und der Stadt Dortmund unterstützt wird. Sie wird künstlerische Forschung, Produktion, Weiterbildung und Wissenstransfer auf neue Weise miteinander verbinden. 

  1. Kulturelles Erbe:

Die Digitalisierung des kulturellen Erbes erleichtert den Zugang zu gefährdeten Originalen und ermöglicht zugleich ihren Schutz. Besondere Chancen und Herausforderungen stellen sich für die performativen Künste. Das Pina-Bausch-Archiv in Wuppertal ist ein herausragendes Beispiel für eine gelungene Umsetzung innovativer Archivierungsstrategien. Auch Kulturgüter, die ausschließlich digital entstehen – elektronische Akten ebenso wie digitale Kunstwerke – müssen dauerhaft erhalten werden. Das erfordert spezielle technische Verfahren, die entwickelt und bereitgestellt werden müssen. Mit dem „Digitalen Archiv NRW“ hat das Land ein erstes großes Vorhaben gestartet. 

  1. Kulturvermittlung:

Die Digitalisierung schafft neue Wege der Vermittlung und Verbreitung von Kulturangeboten, beispielsweise über soziale Medien, und öffnet damit neue Möglichkeiten kultureller Teilhabe für alle.

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