Veranstaltung zum Digitaltag 2022: Digital trifft innovativ – New Work in der Verwaltung

Wie arbeiten wir in Zukunft? Das war das Thema der Veranstaltung „Digital trifft innovativ – New Work in der Verwaltung“ zum bundesweiten Digitaltag am 24. Juni 2022, welche vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie (MWIDE), Open.NRW und der Digitalstrategie.NRW angeboten wurde – passend zur Fragestellung in hybrider Form und unter Einbeziehung der Zuschauerinnen und Zuschauer.

Über den Livestream auf Digitalstrategie.nrw konnten sich alle Interessierten zuschalten und sich ein umfassendes Bild über schon heute angewandte agile Arbeitsmöglichkeiten in der Verwaltung von Nordrhein-Westfalen machen sowie gemeinsam mit den Panel-Gästen über die Arbeitswelt von morgen diskutieren.

CIO betont Umbruch in der Verwaltung

Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart war leider terminlich verhindert, so entfiel sein eingeplantes Grußwort. Der CIO des Landes NRW, Prof. Dr. Andreas Meyer-Falcke, gab im Einstiegsinterview mit Moderatorin Ina Enseroth zunächst eine Übersicht zum Stand der New Work in der Verwaltung, auch unter Einbeziehung der Pandemie-Erfahrung der in den vergangenen zwei Jahren: „Wir haben eine ganze Menge geschafft.“

Er verwies unter anderem auf die sozialen und ökologischen Vorteile von Coworking Spaces, die aktuell von der Landesregierung eingerichtet werden. „Wir als Führungskräfte können auch unseren Beschäftigten vertrauen“, sagte er und: „Wir stehen vor einem großen Umbruch der Verwaltung“, bezogen vor allem auf den Fachkräftemangel. Neue Arbeitsmöglichkeiten sorgten für eine Attraktivitätssteigerung des Arbeitsplatzes, um auch Digital Natives anzusprechen.

Vorteile des agilen Arbeitens diskutiert

In der anschließenden Diskussionsrunde, zu der Zuschauerinnen und Zuschauer live Fragen einbringen konnten, ging es um „Digitalisierung & New Work: Arbeitswelten heute und morgen“. Dr. Rüdiger Klatt, Arbeitsforscher, Vorstand und Geschäftsführer des FIAP e.V., brachte Erfahrung aus schon erprobten hybriden Arbeitswelten – Arbeiten unabhängig von Arbeitsort und Arbeitszeit – ein. Die Menschen, die zum Beispiel an Coworking-Projekten der Verwaltung teilgenommen hatten, schätzten die relative Wohnortnähe, die professionelle Arbeitsumgebung, die Gemeinschaft und „den Blick über den Tellerrand hinaus“.

Dr. Klatt betonte: „Wir haben herausarbeiten können, dass die Beschäftigten davon profitieren. Das MWIDE ist ein Vorreiter bei diesem Thema.“

Dr. Helma Hagen, Referatsleiterin Organisation und E-Government MWIDE NRW, konnte dies bestätigen, indem sie auf aktuelle Forschungsprojekte wie das Reallabor zum agilen Arbeiten im Ministerium verwies: „Wir wollen herausfinden, was sind die neuen Anforderungen an die Führungskräfte?“ Sie machte aber auch deutlich, dass Verwaltung beides können muss: Bürokratie und Agilität. Es sei Umdenken bei den Führungskräften notwendig, wobei sie auch Führungskräfte ermutigte, dies ein Stück weit selbst in die Hand zu nehmen. „Wir können in der Verwaltung nicht mehr warten. Wir müssen als Team eine Lösung finden“, so Dr. Hagen.

Wie New Work in Unternehmen mit anderen Rahmenbedingungen gehandhabt wird, berichtete Melanie Schwarz, Social Media Managerin, bei der sipgate GmbH. Aus Perspektive von sipgate, einem ehemaligen Start-Up, erklärte sie ein Arbeiten ohne Hierarchien: „Die Verantwortung ist bei den einzelnen Mitarbeitenden größer.“ Damit rückt auch die Informationstransparenz als wichtiger Punkt bei New Work in den Fokus: Was brauche ich, um gute Entscheidungen treffen zu können? Sie unterstützte auch den Aspekt, den Coworking Spaces durch das Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Menschen an einem neuen Ort ermöglichen. Dadurch entstehe Innovation.

Aus Sicht der Forschung zum Thema New Work konnte Dr. Josephine Hofmann, Leiterin Team Zusammenarbeit und Führung am Fraunhofer-Institut IAO informieren. Sie empfahl, einen möglichst partizipativen Ansatz, um die Arbeitswelt der Zukunft mit Beschäftigten und Führungskräften aktiv zu gestalten, und zum Beispiel auch neue Nachhaltigkeitspotenziale zu heben. Zudem sei es wichtig, sich auf ein gemeinsames Zielbild zu einigen, das in einem Lernprozess iterativ erreicht werden kann.

Flexibilität und Vertrauen werden gewünscht

Spannende Ergebnisse lieferten die parallel laufenden Umfragen an die Zuschauerinnen und Zuschauer. So gaben 77% der Befragten an, bereits in ihrem Arbeitsalltag flexible und agile Arbeitsweisen in Sinne von New Work aktiv zu nutzen. Weitere 16 % haben schon davon gehört, aber noch keine eigenen Erfahrungen gemacht. Beim Blick in die Zukunft und der Frage, wie man in 10 Jahren arbeitet, wurde „eigenverantwortlich“ mit Abstand am häufigsten geäußert. Weitere Schlagworte, die in diesem Zusammenhang genannt wurden sind, „remote“, „moderne Führung, „agile Methoden / Tools“ sowie „zufrieden in hybrid“.

Wertvolle Beiträge wurden auch zur Frage „Was wünschen Sie sich als Beschäftigte/Angestellte von der Zukunft der Arbeit - z.B. für die Zukunft der Arbeit in der Verwaltung?“ eingereicht. Hier ein kurzer Auszug der Kommentare, stellvertretend für viele sehr gute Anregungen:

  • Flexibilität und die entsprechenden Tools, um flexibel zu arbeiten
  • Teamkultur mit einem Mix aus Homeoffice und Besprechungen im Büro - digitale Akten, die überall papierlos bearbeitet werden können
  • Moderne Arbeitsweisen, mehr Entscheidungskompetenz auf niedrigeren Ebenen (Vertrauen!, try&error), Wissensmanagement, persönliche Weiterentwicklung fördern (Mitarbeiter entwickeln, investieren)
  • weg von der Kultur in Zuständigkeiten zu denken und "das geht nicht" hin dazu Beschäftigte zu ermutigen Ideen zu verfolgen und ihr Potenzial zu nutzen
  • gute und für hybrides Arbeiten geeignete IT- & Büro Ausstattung
  • Mitgenommen und befragt zu werden und nicht einfach vorgegeben bekommen

Wie erhofft beteiligte sich auch das Publikum rege am Aufruf, aktiv zu „Digitalisierung & New Work: Arbeitswelten heute und morgen“ mitzudiskutieren. Ins Panel gegeben sowie unter den Zuschauerinnen und Zuschauern diskutiert wurden Fragen wie

  • „Wie kam die Verwaltung in NRW ursprünglich darauf, sich New Work zu widmen? Warum spielt das aus Ihrer Sicht eine Rolle für die Verwaltung?“
  • „Nach wie vor sind viele Vorgesetzte Verfechter einer Präsenzkultur. Was tut das Land, um ein Umdenken bei den Führungskräften zu bewirken?“
  • „Welche Lösungsansätze gibt es, wenn Mitarbeitende gar keine Verantwortung übernehmen möchten?“
  • „Wie passt das Bestreben nach flacheren Hierarchien und die Attraktivität als Arbeitgeber der Verwaltung mit Tarifbindung und Kompetenzprofilen entlang der TV-L oder TV-ÖD etc. zusammen?“

Wir bedanken uns bei allen, die die Veranstaltung mit ihrem Input zu einem Erfolg gemacht haben sowie auch bei allen Zuschauerinnen und Zuschauern,

Wenn Sie die Veranstaltung nochmals in Gänze sehen möchten: Hier ist die Aufzeichnung des Livestreams.

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