Digitale Angebote auch für Fachkräfte und Migrant:innen in NRW

Erstellt von Daniel Kehne am 23.03.2021 um 11:04 Uhr

Nach acht Jahren kann man seine Einbürgerung in Deutschland beantragen. Das soll bald auch digital in NRW passieren können. Aber was steht den zugewanderten Menschen in 2.922 Tagen bis zu dieser Möglichkeit zur Verfügung, wie können Neuzugewanderte oder Menschen mit Deutsch als Zweitsprache in dieser Zeit unterstützt werden?

13 Städte und Kreise in NRW haben darauf mit dem Einsatz der App Integreat eine digitale Lösung gefunden. Ein Open Source Ansatz, der auch schon eine große Runde durch die Ministerien NRWs gedreht hat und trotz großer Begeisterung im MKFFI nach über zwei Jahren im Sande zu verlaufen scheint, da er in der großen Strategie nicht mitgedacht wird.
Integreat ermöglicht es den Städten und Landkreisen ihre Informationen und Angebote mehrsprachig zu kommunizieren. Besonders in der Corona-Zeit konnten so in einigen Kreisen viele Menschen mit Migrationshintergrund umfassend informiert werden. In jeder sechsten deutsche Stadt bzw. Kreis ist Integreat bereits unter kommunaler Koordination gemeinsam mit allen Akteuren der lokalen Integrationsarbeit implementiert worden.

Adressiert werden könnte mit Integreat auch eine Herausforderung, die im Digitalkonzept noch fehlt. Das Anwerben von Fachkräften. Fachkräfte aus dem Ausland werden auch in NRW benötigt und die Ansprache in den Heimatländern muss fast ausschließlich digital erfolgen. Make-it-in-Germany.com macht es bereits vor. Aber auch Integreat wäre von dort aus zugänglich.

Integreat ist ein verbindendes Puzzle-Stück alle Akteure in einer Kommune. Gleichzeitig können die Abteilungen der Landesministerien bei der Integrationsarbeit in den Kommunen unterstützen. Sprachkursangebote, die Förderung von Angeboten der Migrant:innenselbstorganisationen und Kulturvermittlung sind auch Punkt die Staatssekretärin Serap Güler im Rahmen Ihres Interviews zu Digitalstrategie hat fallen lassen. Hier würde Integreat als Open Source Lösung für schnelle und effiziente Lösung sorgen. Nach wie vor passiert Integration auf lokaler Ebene. Die Suche nach verlässlichen und verständlichen Informationen ist wichtig wie nie. Denken wir auch diese Zielgruppe mit und versuchen mit der Digitalstrategie nicht nur die Bedarfe der Landesregierung und ansässigen Wirtschaft zu decken, sondern auch der Gruppen die uns zum Großteil auch kulturell und sozial in NRW prägen.

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