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"Digital vor Ort" in der Stadtteilbibliothek Kalk

In der vierten Folge der Veranstaltungsreihe "Digital vor Ort" in der Stadtteilbibliothek Kalk sprachen wir mit Frau Dr. Hannelore Vogt, Direktorin der Stadtbibliothek Köln, über Bibliotheken in der digitalen Gesellschaft und wie Büchereien und Bibliotheken zur Förderung von Medienkompetenz beitragen können. Dabei berichtete Frau Dr. Vogt von den Leuchtturmprojekten der Bibliothek, die durch die Fortschritte der Digitalisierung möglich sind. Im Fokus stand dabei ein medienpolitisches Thema, nämlich der Ausbau von Angeboten im Bereich Nachrichten- und Informationskompetenz an Bibliotheken als eine zentrale Schlüsselqualifikation in einer digitalen demokratischen Gesellschaft.

Vielen Dank für Ihre Beteiligung und die von Ihnen eingebrachten Ideen und Anregungen zur Umsetzung der Digitalstrategie.NRW!

Sollten Sie die Veranstaltung verpasst haben, können Sie sie unten noch einmal nachsehen.

Das Event im Re-Live

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Das Auftaktevent in Zahlen

Insgesamt beteiligten sich 45 Personen aktiv im Interaktionstool Slido. Die Zuschauenden brachten Beiträge, Anregungen und Fragen ein. Zwölf Personen haben Fragen während des Live-Events gestellt.  

Die Rückmeldungen der Zuschauenden

Zu Beginn der Veranstaltung wurden die Zuschauerinnen und Zuschauer gefragt, ob wir im Zeitalter der Digitalisierung noch Bibliotheken brauchen. 94% beantworteten diese Frage mit „Ja“ und 6% mit „Ich bin mir noch nicht sicher“. Diese Frage leitete in das Gespräch mit Frau Dr. Hannelore Vogt, der Direktorin der Stadtbibliothek Köln.

Das Live-Event fand in der Stadtteilbibliothek Köln Kalk statt. Sie ist ein Vorzeigebeispiel für eine Bibliothek im digitalen Zeitalter und ein gutes Beispiel für einen „dritten Ort“ – also einen Ort zwischen Zuhause und Arbeitsort oder Schule, an dem man sich gern aufhält. Bei der Gestaltung der Bibliothek wurde explizit auf die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger geachtet, unter anderem im Rahmen eines Design-Thinking-Workshops geachtet. Im Gespräch erläuterte Frau Dr. Vogt die starke soziale Funktion der Bibliothek, die als demokratischer Ort die Chancengleichheit fördert und damit verbunden das Schaffen von Zugängen, um ein digitales und partizipatives Lernen zu ermöglichen. „I have to change to stay the same“ zitiert Frau Dr. Vogt Willem De Kooning, um deutlich zu machen, dass sich die Rolle der Wissensvermittlung und Weitergabe von Informationen in Bibliotheken den veränderten Gegebenheiten anpassen muss und dies mit vielen digitalen und innovativen Projekten in den von ihr geleiteten Bibliotheken umgesetzt wird.

Einige dieser Projekte stellte Frau Dr. Vogt im weiteren Verlauf der Veranstaltung vor.

#geeksofcologne richtet sich an die jüngere Zielgruppe der 20 bis 30-jährigen Internetaffinen, Technikinteressierten und Wissenschaftsbegeisterten. Die Themenpalette umfasst Technologie und Webkultur. Dabei werden Formate wie der „Science Slam“, „Krypto-Party“ oder das „Girls-Geek-Dinner“ veranstaltet. Mehr zum Projekt findet man hier: https://geekscologne.wordpress.com/about/ 

Ein weiteres Projekt ist der 3-D-Drucker der Bibliothek, der ein gutes Beispiel für digitales Lernen ist. Die Neugierde der Besucherinnen und Besucher wird geweckt und sie können vor Ort lernen, wie ein Drucker funktioniert. Er ist auch Bestandteil des Projekts MINTköln, ein stadtweites MINT-Festival mit 100 kostenlosen Workshops und Veranstaltungen zu Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (kurz: MINT). Mehr zum Mint-Festival finden Sie unter: https://mint-festival.de/

Die Zuschauerinnen und Zuschauer wurden danach ein weiteres Mal befragt: Würden Sie Bibliotheken häufiger nutzen, wenn es dort mehr digitale Angebote oder Projekte gäbe? „Eine ausgewogene Balance von Offline- und Online-Angeboten ist für mich am besten“, sagten 70%, 21% meinten: „Ja Bibliotheken müssen digital vorweg gehen“. 9% beantworteten die Frage mit: „Nein, in Bibliotheken und Büchereien gehören echte Bücher“.

Ein weiteres, von Frau Dr. Vogt erläutertes Projekt ist das Social-Media-Studio. Im Sinne der Teilhabe ist das Ziel der Bibliothek, hochwertige Technologien für die Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. So wird im Social-Media-Studio ein professionelles Videostudio angeboten. Es bietet die Möglichkeit, Videos in Eigenregie aufzunehmen und zu schneiden – inklusive Workshops und Begleitung zu Medien- und Informationskompetenz. Weitere Informationen zum Social-Media-Studio können Sie hier aufrufen: http://www.stbib-koeln.de/studio  

Im Hauptteil des Live-Events ging es um Nachrichten- und Informationskompetenz. Gerade im digitalen Raum – Messengern, Social Media, Webseiten – begegnen den Menschen oft Informationen, deren Glaubwürdigkeit schwer einschätzbar ist. Die Fähigkeit, das zu prüfen, also die Nachrichten- und Informationskompetenz, gilt deshalb als zentrale Schlüsselkompetenz in einer digitalen Gesellschaft. Auch hier kann die Bibliothek helfen, wie Frau Dr. Vogt - illustriert durch weitere Beispiele - ausführte.

In Kooperation mit Journalistinnen und Journalisten aus investigativen Ressorts u.a. der Süddeutschen Zeitung (SZ) wurden „Werkstattgespräche“ geführt. Hier sprachen die Journalistinnen und Journalisten mit dem Publikum. Im Zuge der Pandemie gab es beispielsweise einen Livestream zum Thema „Corona-Unsinn im Netz“, bei dem über Verschwörungstheorien diskutiert wurde. Zusätzlich gibt es in der Bibliothek – neben vielem anderen –  auch das digitale Archiv der SZ im Angebot.
Aufgrund der Pandemie wurden viele Kooperationen zunächst zurückgestellt. Sie sollen aber in Zukunft verstärkt wiederaufgenommen werden. Die Aufzeichnung zum Livestream können Sie hier einsehen: https://www.youtube.com/watch?v=izKRALCJKbs

Im Anschluss wurden die Zuschauerinnen und Zuschauer gefragt: Was sind aus Ihrer Sicht erfolgsversprechende Maßnahmen für den Umgang mit Desinformation? 80% antworteten mit: „Mehr Wissen über die Mechanismen von Desinformation – durch spielerisches Lernen“. 56% wünschten sich „Warnhinweise in Suchmaschinen, Messengern und sozialen Netzwerken“, 40% ein „größeres Verständnis der Arbeitsweise von Journalistinnen und Journalisten“ und 32% eine „stärkere gesetzliche Regulierung von digitalen Medien“.

Im Rahmen dessen ging Frau Dr. Vogt auch noch auf NewsGuard ein, ein Programm, das standardmäßig an den stark frequentierten Internetplätzen der Bibliotheken eingerichtet und aktiviert ist. Hier können die Nutzerinnen und Nutzer einen Filter nutzen, der mittels einen Ampelsystems identifiziert, wie sicher die Quellen im Netz sind. Dieses Tool kann auch zu Hause selbst installiert werden. Mehr Informationen zu NewsGuard finden Sie unter: https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presse/wie-serioes-berichten-redaktionen

Als letztes Projekt stellte Frau Dr. Vogt den #DigitalCheckNRW vor, der auch in der Stadtbibliothek Köln genutzt wird. Hier können Interessierte ihre eigenen digitalen Kenntnisse überprüfen. Mit dem Selbsttest erfahren sie, welche Fähigkeiten sie noch ausbauen könnten – und wie sie diese Lücken mit passenden Weiterbildungsmöglichkeiten schließen können. Testen Sie sich selbst: https://www.digitalcheck.nrw/

Mehr Informationen über die Kölner Stadtbibliothek und den Ansatz der Umgestaltung zur Bibliothek als „dritten Ort“ finden Sie unter www.stadtbibliothek-koeln.de 

Falls Sie mehr über die Stadtteilbibliothek in Kalk erfahren möchten, dann bekommen Sie mehr Informationen unter: https://aatvos.com/de/project/koln-kalk-library/

Seien Sie auch dabei bei der Digitalkonferenz.NRW am 19. November. Mehr Informationen finden Sie unter: https://www.digitalstrategie.nrw/digitalnrw/de/events/52637/event/28

 

Die Beiträge der Zuschauenden

Insgesamt wurden fünf Beiträge und Fragen der Zuschauenden in der Sendung mit den Frau Dr. Vogt besprochen. Sehen Sie sich ihre Antworten direkt im Livestream an:

  • „Die Pandemie war an vielen Stellen Katalysator für das Digitale. In Bibliotheken auch?“ (Ab Minute 18:20)
  • „Sind mehr Leute nun in der Bibliothek, seitdem sie so modern ist?“ (Ab Minute 23:25)
  • „Wie finanzieren Sie die digitalen Projekte/Angebote?“ (Ab Minute 29:50)
  • „Wie kann man denn digitale Kompetenzen im Hinblick auf Nachrichten in einer Bibliothek fördern? Gibt es da Tools?“ (Ab Minute 49:25)
  • „Wie hat sich die Atmosphäre in der Bibliothek verändert, seitdem es all diese Angebote gibt?? (Ab Minute 23:25)