Moderner Jugendschutz in Zeiten der Digitalisierung / Stellungnahme der AJS NRW

ID: 36
Erstellt von Matthias Felling am 07.10.2018 um 11:54 Uhr
Digitale.Bildung

Die Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW e.V. begrüßt die vorgelegte „Strategie für das digitale Nordrhein-Westfalen“. Insbesondere die Schwerpunktsetzung auf die Ermöglichung von Teilhabe und die Eröffnung von Chancen für alle gesellschaftlichen Gruppen erscheint aus Sicht der AJS stimmig und wichtig.
Die stark affirmative Positionierung im Sinne eines Vorantreibens von Digitalisierung ist allerdings auch kritisch zu bewerten. Da Digitalisierung nicht an sich erstrebenswert ist, sondern vielmehr ihre Implikationen und Nebenwirkungen differenziert reflektiert werden müssen um a) problematische Aspekte der Digitalisierung zu begrenzen und ihre möglichen Potenziale tatsächlich zu nutzen und b) nicht blind einem Digitalisierungsdiskurs das Wort zu reden, sondern auf der Basis einer fachlichen Reflexion Digitalisierung dort, wo sie sinnvoll ist zu entwickeln und zu nutzen, regt die AJS NRW an, diese Differenzierung stärker im Rahmen der Digitalisierungsstrategie in den Blick zu nehmen. Es geht also weder darum, Digitalisierung zu vermeiden, da sie längst Teil des Alltags ist, noch darum, affirmativ und naiv jegliche Digitalisierungsformen aufzunehmen und in das pädagogische Handeln einzubetten. Beides sind zwei Seiten einer „Uninformiertheitsmedaille“. Vielmehr geht es um eine differenzierte Auseinandersetzung im jeweiligen Handlungszusammenhang, die stärker in der Strategie zu verankern wäre.
Der Digitalstrategie fehlt darüber hinaus bislang eine ausdrückliche Berücksichtigung der Belange des Kinder- und Jugendschutzes . Hier können wesentliche Ansätze vor allem des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes eine größere Rolle spielen (z. B. der Gedanke des Empowerment).
Daher soll im Folgenden eine mögliche Verortung des Jugendschutzes in einer Digitalstrategie erfolgen. Zudem finden sich jeweils kurze Rückmeldungen zu drei in der Digitalstrategie genannten Handlungsfeldern (Kita, Elternarbeit, Jugendarbeit), innerhalb derer aus Sicht der AJS besonders die Befähigung zum Umgang mit digitalen Medien – auch mit Blick auf damit verbundene Risiken - zu berücksichtigen wäre.